7 Dimensionen

 

JvN_DUSM, BDSM, Herren und Sklaven, Tops und Bottoms, Dominanz und Unterwerfung, Sadismus, Masochismus, Bondage – worum geht es eigentlich?

Im Internet und an Veranstaltungsorten wimmelt es von Fragebögen, auf denen man seine Vorlieben und Fetische eintragen und so gleichgesinnte Partner finden kann. Diese Fragebögen sind meistens lange Kataloge von Techniken und Geräten (Gesichtsmaken aus Leder im Gegensatz zu Gummi, Fesseln aus rostigem Eisen im Gegensatz zu Edelstahl oder Leder, Kneifen oder Peitschen ganz bestimmter Körperstellen u.s.w. u.s.w.) Diese Äußerlichkeiten treffen aber nicht den Kern: Gefühle und Verlangen.

Jens van Nimwegen hat in jahrelanger Erfahrung immer wieder festgestellt: Diese Gefühle und Verlangen haben sieben Dimensionen, und jede dieser Dimensionen ist beim einen mehr, beim anderen weniger ausgeprägt. Um sich selbst und andere kennenzulernen, kann man besser jede dieser sieben Dimensionen untersuchen als Verzeichnisse von Techniken und Geräten durcharbeiten.

Die sieben Dimensionen von SM

Wir vermeiden die mehrdeutigen Wörter Sadist, Masochist, Sklave. Stattdessen erklären wir, worum es geht: um mehr oder weniger Schmerz, Fesselung, Strafe, Erniedrigung, Fetische, Bloßstellung und Dienen bei sexuellen Erfahrungen und Verlangen.

Auf jede dieser sieben Dimensionen können Sie verschieden reagieren:

  1. „Damit will ich nichts zu tun haben.”
  2. „Es macht mir Angst, aber ich will dahin geführt werden.”
  3. „Wenn ich geil bin und mich sicher fühle, gibt mir dies einen besonderen Kick.”
  4. „Das macht mich geil.”
  5. „Ich brauche das, immer und überall.”

Schmerz

Fast jeder hat Angst vor Schmerzen. Manche geilen darauf, anderen Schmerz zuzufügen. Manche erhalten einen besonderen Kick, wenn ihnen Schmerzen zugefügt werden. Schmerzen schütten Endorphine aus, die Sex besonders erregend machen können. Schmerzen können zur Bestrafung, zur Stärkung oder zum sinnlosen Quälen verwendet werden. Jeder hat im Bezug auf Schmerzen andere Ängste und Verlangen.

Fesselung

Fesseln schränken die Beweglichkeit ein. Wenn sie sichtbar sind, sind sie ein starkes Signal der Erniedrigung, denn in unserer Kultur kommen sichtbare Fesseln fast nie vor. Ketten auf der bloßen Haut, kaltes Metall, dass sich nicht abstreifen lässt, können sexuell erregend wirken. Unsichtbare Fesseln fesseln nicht nur den Körper, sondern auch den Geist. Auch Regeln und Verbote können wirken wie unsichtbare Fesseln. Wer sich als Sklave hingegeben hat, hat keinen eigenen Willen und keine eigene Zeit mehr – vollständigere unsichtbare Fesseln sind kaum denkbar. Fesseln können zur Bestrafung dienen. Sie können aber auch befreiend wirken: sie schalten Abwehrreflexe aus, deshalb kann sich mancher gefesselt besser verwöhnen lassen als ungefesselt.

Strafe

Es gibt Menschen, die sich so schlecht fühlen, dass sie immer wieder nach Bestrafung verlangen – bewusst oder unbewusst. Viele Menschen reagieren auf Strafe mit sexueller Erregung. Gerechte Strafe kann als Vergeltung wirken, die die Beziehung reinigt: nachdem ein Fehler bestraft ist, bleiben keine unguten Gefühle übrig.

Erniedrigung

Die meisten Menschen klammern sich so an ihre Menschenwürde, dass sie jegliche Erniedrigung ablehnen. Aber manche verlangen heimlich danach, vielleicht weil sie erfahren wollen, in wieweit sie eigentlich von ihrem Konzept von Würde abhängig sind. Wer Erniedrigungen, auch öffentliche, ertragen kann, verliert vielleicht Respekt von anderen, kommt aber auch dem Tier in sich näher, denn Tiere sind immun gegen Erniedrigungen. Manche Menschen werden extrem geil bei öffentlichen Erniedrigungen. Manche lassen sich gern öffentlich vom Anderen erniedrigen, um so ihre Loyalität zu zeigen. Man kann stolz darauf werden, Erniedrigungen als Zeichen seiner Liebe hinzunehmen.

Fetisch

So ziemlich jedes Material, jedes Art Kleidungsstück und fast jeder Gegenstand kann als Fetisch dienen. Das ist bei jedem anders und hängt sicher auch davon ab, in welchen Situationen man schon einmal höchste Geilheit erfahren hat. Gezwungen zu werden, auch öffentlich zu seinen Fetischen zu stehen oder sich selbst dazu zu bekennen kann mit Bloßstellung zu tun haben. Zu lernen, zu seinem Leder, seinen Stiefeln zu stehen ohne sich zu verstecken, kann befreiend wirken.

Bloßstellung

Tiere kennen keine Scham. Menschen schämen sich seit der Vertreibung aus dem Paradies ihrer Nacktheit. Sie schämen sich auch für allerlei Dummheiten, aber hier geht es um die archaische Scham vorm Zeigen des eigenen Körpers. Es kann extrem befreiend und auch extrem geil sein, gezwungen zu werden, die eigene Schamgrenze zu verlegen. Gezwungen zu sein, mehr vom eigenen Körper zu zeigen, als man gewohnt ist. Es kann dabei auch erniedrigend wirken, muss es aber nicht.

Unterwerfung

Man kann sich selbst unterwerfen oder unterworfen worden. Manche Menschen sind geborene Diener. Sie unterwerfen sich mit Hingabe ihrem Herrn, ihrer Organisation oder einem System. Das hat nichts mit Erniedrigung oder Strafe zu tun. Aber wer gerne dient, verlangt vielleicht nach Bestrafung, wenn er nicht aufmerksam genug dient. Andere dienen nur ungern und widerwillig. Werden sie unterworfen und so zum Dienen gezwungen, können sie das Dienen selbst als Strafe und Erniedrigung erfahren.

Wo stehen Sie selbst?

  2 Responses to “7 Dimensionen”

  1. Die Analyse der 7 Dimensionen ist besonders fein , als Sklave habe ich dies mehrmals erfahren…

  2. Cette analyse du SM est particulièrement fine et, en tant qu’esclave, j’en ai maintes fois fait l’expérience…

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