Leseprobe

 

Am Morgen werde ich in einem nassen, zerwühlten Bett wach und weiß: Ich hab’s! Jedenfalls muss ich das sofort versuchen. Ich lasse mir frei geben und fahre nach Adlershof, zu den Filmstudios von Dr. Brauksiepe.

In der Rezeption steht wie zu erwarten keine Dame, sondern ein junger Mann im Anzug mit Dreitagebart. „Wie kann ich Ihnen weiterhelfen?” – „Ich möchte zu Dr. Brauksiepe.” Er schaut auf seinen Bildschirm und trommelt mit den Fingern. „Soweit ich sehe, haben Sie keinen Termin. Worum geht es?” – „Ich werde ihn zunächst oral befriedigen und ihm dann einen Vorschlag für ein Projekt machen.” – „Oral bitte was??” – „Oral befriedigen. Zicken Sie hier nicht rum! Es ist allgemein bekannt, dass jeder Angestellte und Vertreter das hier machen muss.” – „Sicher nicht jeder, Herr, eh…” Er schaut auf meine Visitenkarte. „Berkhout. Man muss schon gut aussehen und verstehen, was man macht.” – „Na, dann werden Sie ja wohl so an Ihren Job hier gekommen sein.”

Das Bürschchen hat sich wieder gefangen, grinst mich gehässig an und sagt: „So, jetzt kommen Sie bitte mal hier herum und zeigen mir unter der Theke, was Sie können. Inzwischen bemühe ich mich um einen Termin. Jedenfalls, wenn Sie etwas können.”

Das ist doch mal was Anders als die Firmengebäude, wo ich bisher mit meinen Chefs hin musste.

Während ich ihm zeige, was ich kann, kommen drei oder vier Leute, denen er den Weg weist, ohne sich aus der Ruhe bringen zu lassen. Wenn er sich zwischen Computer und Telefon hin- und herbewegt, muss ich mit. Jedenfalls will ich mich nicht blamieren. Dann stoßen seine Lenden ein paarmal heftig, und er stöhnt ganz kurz auf. Danach sehe ich, dass hier unten griffbereit Papiertücher hängen. An alles ist gedacht. Und ich sehe eine Kamera mit einem roten Lämpchen. Na ja, es ist und bleibt ein Filmstudio.

Ich reinige und verpacke mein Spielzeug wieder und werde tatsächlich nach oben geschickt. Der hiesige Empfang ist auf jeden Fall besser organisiert als der in dieser Chemikalienfirma mit dem Weib mit zentimeterlangen Fingernägeln und Spachtelmasse im Gesicht. Der nähere ich mich nie mehr als auf ein paar Meter, damit ihr Parfüm nicht in meinen Anzug zieht.